Jean Reno und sein Sommer in der Provence…

Ich bin ja ein großer Freund französischer Filme… Klar kenne ich die gängigen Klischees (wilde Liebesverstrickungen, ménage à trois ist noch das Mindeste, keiner spricht und wenn, dann nur sehr staatstragend, ein Landhaus, Regen, Käse, natürlich schwerer Rotwein, der durchaus auch seinen Beitrag zum emotionalen Kuddelmuddel leistet… Jaja, ich weiß…) – dennoch zieht es mich immer wieder in französische Filme. Dieses Mal kam die Anregung von einer Kollegin, sodann schritten wir zur Tat: „Ein Sommer in der Provence“. Der Film „Ein Sommer in der Provence“ versprach titelmäßig, auch wieder genau ins Bild zu passen.

Die Story ist kurz zusammengefasst: Drei Kinder verbringen zwangsweise die Ferien mit und bei ihren Großeltern (Jean Reno als Großvater) im Haus in der Provence, weil sich die Mutter nach der Trennung vom Vater beruflich mit einem Praktikum in Kanada neu finden muss. Da der Kontakt der Mutter zu den Großeltern in den Jahren zuvor eher schwierig war, müssen sich Großeltern und Enkel erst einmal mühselig aneinander gewöhnen. Schlussendlich jedoch finden Alt und Jung zusammen.

Tja, was soll ich sagen? Klischeefilm? Ja, nein? Ja, aber… In einem anderen Sinne. Es ist KEIN typischer französischer Film, wie oben angerissen. Es ist aber ein Film, der vor Stereotypen nur so strotzt. Man hatte zeitweise das Gefühl, als wäre das Ziel des Films gewesen, möglichst viele bereits existierende Klischees einzubauen. Fangen wir mal an: Die Jugend von heute kommt natürlich nicht ohne Smartphone, Skype und Internetempfang aus. Blonde, blutjunge Schwedinnen warten  gleich im Doppelpack nur darauf, von einem jungen Franzosen vernascht zu werden. Sofort. Auf der Toilette. So läuft das. Die Mittdreißigerin, von allen älteren Herren des Dorfes bewundert, zieht auch den jungen Franzosen selbstverständlich in ihren Bann und bereitet ihm schlaflose Nächte und großen Liebeskummer. Der junge, hübsche, exotische Stierkämpfer, dem die langsam erwachsen werdende Französin verfallen ist, entpuppt sich als Dealer und ist zwar unsagbar charmant und gutgebaut, aber  ein ganz schlimmer Finger. Der Großvater – Jean Reno durchaus überzeugend – zeigt im Umgang mit den Kindern nach und nach, dass er auch ein netter Kerl sein kann, aber wird enttarnt als jemand, der dem Pastis zu sehr zugewandt ist. Ich könnte noch eine Weile weiterschreiben, aber den Rest der Klischees im Film zu finden, das überlasse ich den zukünftigen Zuschauern…

Wenn man den Film nicht zu ernst nimmt, sondern einfach mit einem Glaserl eines guten Roten in der Hand einen netten Abend verbringen möchte, sollte man den Film schauen, ohne jedoch das Schmunzeln zu vergessen…😉

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