„Allons enfants de la patrie, le jour de gloire est arrivé…“

Vor wenigen Tagen war ich mal wieder im Kino. Gesehen habe ich den wunderbaren Film „Monsieur Claude und seine Töchter“, den ich absolut empfehlen kann.

Der Plot ist kurz erzählt: Monsieur Claude und seine Frau haben vier Töchter. Nachdem bereits drei der vier Frauen Männer mit Migrationshintergrund (Israel, Marokko, China), wie es auf Neudeutsch heißt, geheiratet haben, liegt die „Hoffnung“ des Gaullisten auf Tochter Nummer 4, nun endlich einen „richtigen“ Franzosen zu ehelichen.
Töchterchen 4 verliebt sich zwar in einen Katholiken mit einem französischen Namen, was den Vater durchaus beruhigt – der Freund bzw. Verlobte der Tochter heißt Charles. Aber ein kleines Detail „vergisst“ Töchterchen 4, seinen Eltern zu berichten: Der junge Mann stammt aus Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, und hat eine schwarze Hautfarbe.
Der Familienfrieden steht auf der Kippe.
Das Ganze spitzt sich zu, als sich zeigt, dass auch der Vater von Charles alles andere als begeistert ist, dass sein einziger Sohn eine weiße Französin heiraten möchte.

Im Film des französischen Regisseurs Philippe de Chauveron entspannt sich ein fröhliches Potpourri an Klischees und Vorurteilen, die natürlich alle mit einem gewaltigen Augenzwinkern auf die Leinwand gebracht werden. So wird zum Beispiel die Beschneidung des ersten Enkels zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie, an der auch der Hund der Familie nicht unwesentlich unbeteiligt ist…
Ebenfalls interessant zu beobachten ist der Konflikt zwischen Juden und Muslimen im Kleinformat, der bei jedem Familientreffen am Esstisch aufflammt.
Wunderbar ist die Szene, in der die drei Schwiegersöhne vor ihrem Schwiegervater lauthals die Marseillaise intonieren.

Wie schon der Film „Ziemlich beste Freunde“, der vor einigen Jahren Europas Kinogänger begeisterte, so ist auch dieser Film mit teilweise doch extrem schwarzen Humor und Sprüchen partiell an der Grenze des guten Geschmacks gespickt.
Er rüttelt wach und zeigt dem Zuschauer auf, dass kulturelle Unterschiede das Zusammenleben zwar nicht gerade vereinfachen, dass aber innere Offenheit und Unvoreingenommenheit potentiell dazu beitragen können, das eigene Leben durch das Nutzen der besten Elemente verschiedener Kulturen zu bereichen.

Absolute Empfehlung meinerseits! Schaut ihn euch an!

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2 Antworten zu „Allons enfants de la patrie, le jour de gloire est arrivé…“

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