„…und der daraufsaß, des Name hieß Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihnen ward Macht gegeben, zu töten das vierte Teil auf der Erde mit dem Schwert und Hunger und mit dem Tod und durch die Tiere auf Erden…“ (Offb 6,8)

Als wir vor kurzem ein paar Tage in Barcelona verbrachten, da kamen wir natürlich nicht umhin, auch dort ins Kino zu gehen… Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns für “Take Shelter”, einen Film, dessen Trailer wir in Deutschland bereits mehrfach gesehen hatten. Es handelt sich um ein US-amerikanisches Werk, eine Art Mix aus Drama und Horrorfilm – so hatten wir zumindest den Trailer verstanden.

Der Film handelt vom amerikanischen Familienvater Curtis, der seltsame apokalyptische Träume hat, die ihn dazu bewegen, einen Bunker für seine Frau und die kleine Tochter zu bauen. Da seine Mutter an Schizophrenie erkrankt ist, schließt er aber dieses als Grund für seine Träume ebenfalls nicht aus. Die Zeit vergeht, die Visionen nehmen nicht ab – am Ende kommt es, wie es kommen musste. Mehr möchte ich an dieser Stelle zum Plot nicht verraten. Denn: Wie auch schon bei anderen Rezensionen will ich auch hier keine Inhaltsangabe liefern, das lest mal lieber auf anderen Websites nach.

Vorweg möchte ich schicken, dass ich es prinzipiell gut verstehen kann, wenn man in der amerikanischen Provinz von derartigen Visionen heimgesucht wird. Viel passiert dort ja nicht – und wenn man nun eine ausgeprägte Phantasie hat und zudem zu Träumereien neigt, dann halte ich es für nicht wirklich sonderbar, dass man gedanklich auf Abwege gerät. Wer die amerikanische Provinz kennt (oder auch die deutsche) und das Vergnügen hatte, dort Zeit zu verbringen, kann dieses sicherlich nachvollziehen. Zumal dann, wenn man eine gewisse religiöse Neigung vorzuweisen hat…

Der Film spielt mit biblischer Symbolik – in Curtis‘ Visionen fallen z.B. tote Vögel vom Himmel… Im Grunde habe ich nur noch auf den Auftritt der vier apokalyptischen Reiter gewartet – dann wäre die Offenbarung des Johannes mehr oder weniger vollständig gewesen.

Die Bilder und Szenen, die uns der Film bietet, sind nicht neu – man hat sie alle schon mehrfach gesehen. Der Untergang des Abendlandes wird in genau den Farben gezeichnet und auch mit der Musik akustisch untermalt, die dem Zuschauer in eigentlich jedem Film über den Niedergang begegnen. Das Leitmotiv ist unverkennbar und begleitet uns von der ersten bis zur letzten Minute – geradezu hypnotisch.

Der Untergang der Welt? Der Untergang der USA? Die Angst hiervor wird dem Zuschauer unentwegt vor Augen geführt, wenn auch meiner Meinung nach mit Mitteln, die lediglich mit der Wiedererkennung und mit der eben auf dieses Genre ausgerichteten Prägung des Zuschauers spielen. Was ich mir gewünscht hätte, war jedoch nicht die stetige Wiederholung bereits bekannter Bilder gewesen, sondern ein Überraschungseffekt, der in den Köpfen der Zuschauer neue Verknüpfungen und somit auch neue Reaktionen ausgelöst hätte. Ein Königreich für den Konjunktiv II…

Die individuelle Angst vor dem Untergang, die Hauptfigur Curtis zeigt, steht allegorisch für die Angst der USA vor dem Ende, für die Panik davor, ausgeliefert zu sein, sich nicht wehren zu können. Und wehrhaft zu sein, das ist in den USA bekanntermaßen ein zutiefst im Selbstverständnis verankertes Gut. Mit allen Folgen, die dies für Waffenrecht und Kriegsführung hat… Dieser Film also ein Blick in die amerikanische Seele?

Kurz: „Take Shelter“ ist ein vorhersehbarer Film mit „abgelutschter“ Symbolik. Wem es gefällt, bitteschön, der eine isst ja bekanntlich lieber den Käse, der andere das Papier. Für mich war es eher ein Film zum Weglaufen…

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