11.03.2011: Ein Erdbeben und seine Folgen…

[Stand: 12.03.2011, 17:00]

Japan bebt. Mal wieder. Die Tatsache des Erdbebens als solches ist nicht ungewöhnlich – schließlich wird Japan im Jahr von ca. 1500 Erdbeben heimgesucht.

Dieses Erdbeben jedoch ist eines der stärkeren Sorte und damit selbst für die regelmäßige Erdbeben gewohnten und für den Notfall seit frühester Kindheit geschulten Japaner eine Katastrophe: Eine Stärke von 8,9 und somit eines der heftigsten Erdbeben weltweit seit Beginn der Aufzeichnung.

Doch damit nicht genug: Durch das Erdbeben verursachte Tsunamis rollen die Weltmeere auf und bedrohen unter anderem Nord- und Südamerika, so dass beispielsweise Chile und Ecuador die Bewohner der Küstenstreifen auf schnellstem Wege evakuieren.

Auch das ist jedoch noch nicht alles, eine weitere Katastrophe bedroht Japan, aber auch den Rest der Welt.

Durch das Erdbeben ist das AKW Fukushima 1 beschädigt worden, eine Kernschmelze droht oder ist bereits im Gange – hierüber lassen sich keine eindeutigen Aussagen finden; der atomare Notstand wird ausgerufen. Information am Rande: Der Reaktor in Fukushima sollte nach Spiegel-Angaben eigentlich in diesem Monat stillgelegt werden…

Erinnerungen werden wach an die Katastrophe von Tschernobyl aus dem Jahr 1986, die ich als Kind erlebt habe. Auch wenn ich damals als Kind die Zusammenhänge natürlich nicht verstehen konnte, so habe aber auch ich die unheimlich bedrohliche Stimmung wahrgenommen, die der GAU auslöste. Mich in meinem persönlichen Lebensumfeld betroffen hat der Unfall in Tschernobyl zwar nur marginal, aber in Bereichen, die uns Kinder damals schon sehr verschreckten. So durfte man z.B. keine Milch mehr trinken, keine Pilze oder Erdbeeren mehr essen bzw. auf keinen Fall auf unbefestigten Wegen spielen. Die wirklichen Risiken wurden uns Kindern erst viel später deutlich.

Tschernobyl – heute „dank“ der Evakuierungen der Bewohner eher ein Naturreservat – ist in Vergessenheit geraten. Einzig Risikotouristen, die – bewaffnet mit Geigerzähler und Schutzkleidung – in die Zone rund um das Kraftwerk und das benachbarte Dorf eindringen, um eine Art Kick zu erleben, interessieren sich noch für den Ort, dessen Name vor wenigen Jahren noch mit großen Ängsten verknüpft war und das Böse in der Atomkraft schlechthin verkörperte. Das Interesse der Touristen ist allerdings  recht morbider Art. Psychologisch sicherlich ein spannendes Feld…

Mit den Bildern des zerstörten AKWs in Japan werden die alten Ängste wieder geweckt. Hoffen wir, dass das Drama für Japan und die Welt glimpflich ausgeht. Außerdem ist zu hoffen,  dass die Menschheit daraus lernt, dass die Natur stärker ist als wir alle zusammen und   dass Atomkraft nicht alternativlos sein darf.

Dieser Beitrag wurde unter Dies und das, Politisches veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s