“Festival of Lights” – Highlights aus Berlin

Bisher habe ich es irgendwie immer geschafft, das “Festival of Lights” zu verpassen – teils auch bewusst, weil ich es arrogant als Tourispektakel abgetan habe: Ein mehrtägiges Lichtspektakel, bei dem berühmte Berliner Bauwerke farbprächtig in Szene gesetzt werden.
Natürlich ist es auch für Touristen eine große Sache, die Berliner Sehenswürdigkeiten in wunderbaren Lichtern angestrahlt zu sehen, aber auch der Berliner selbst, den ja manchmal mehr eine Hassliebe als eine reine Liebe mit seiner Stadt verbindet, mag sich hier wieder in die Hauptstadt verlieben. So ging es mir auf jeden Fall. Manchmal bin ich von Berlin einfach nur genervt, gestern jedoch erschloss sich mir der Zauber dieser Stadt neu…

Ich möchte hier auch gar nicht viel schreiben, sondern einfach ein paar fotografische Schmankerl von gestern Nacht posten.

Viel Spaß beim Ansehen!

(Copyright für die Fotos: Anita Baron)

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Der Teufel steckt im Detail

Horrorfilme sind ja normalerweise nicht gerade mein Metier. Gestern jedoch ließ ich mich davon überzeugen, einen Freund in den Film “Annabelle” zu begleiten, dem Prequel des Horrorschockers “The Conjuring”, der letztes Jahr im Kino lief.

Der Plot: Eine werdende Mutter erhält von ihrem Mann eine Puppe, um ihre liebevoll gepflegte Puppensammlung zu komplettieren. Und siehe da: Das Unheil nimmt seinen Lauf. Ein Unglück reiht sich an das andere, so dass das Paar (bzw. inzwischen: die junge Familie, denn das Baby ist mittlerweile geboren) sich gezwungenermaßen eine neue Bleibe sucht. Jedoch auch der Wohnungswechsel scheint nicht zu helfen. Es geht weiter… Teuflische Fratzen erscheinen der jungen Mutter überall, blutrote Schriftzüge an Zimmerwänden und Decken fordern die Seele des Babys.

Ich selbst fand Puppen ohnehin ein bisschen unheimlich (und by the way habe ich als Kind auch nie damit gespielt), daher bin ich sehr rezeptibel bezüglich solcher Schockeffekte.
“Annabelle” ist ein ruhiger Horrorfilm, was mir sehr entgegenkam. Er setzt nicht auf grelle, laute, blutrünstige Effekte, sondern auf langsame Abläufe und unterstützende Musik.

Ein wenig erinnert sieht sich der Zuschauer an “Rosemaries Baby” und an “Chucky”, was jedoch der Spannung nicht abträglich ist. Im Gegenteil, auf diese Weise harrt man der Dinge, die da eventuell kommen könnten und wird teils überrascht, dass es doch anders scheint, als antizipiert.

Ein “ordentlicher” Horrorfilm, der mir einen angenehmen ;-) Schauer über den Rücken jagte…

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Jean Reno und sein Sommer in der Provence…

Ich bin ja ein großer Freund französischer Filme… Klar kenne ich die gängigen Klischees (wilde Liebesverstrickungen, ménage à trois ist noch das Mindeste, keiner spricht und wenn, dann nur sehr staatstragend, ein Landhaus, Regen, Käse, natürlich schwerer Rotwein, der durchaus auch seinen Beitrag zum emotionalen Kuddelmuddel leistet… Jaja, ich weiß…) – dennoch zieht es mich immer wieder in französische Filme. Dieses Mal kam die Anregung von einer Kollegin, sodann schritten wir zur Tat: “Ein Sommer in der Provence”. Der Film “Ein Sommer in der Provence” versprach titelmäßig, auch wieder genau ins Bild zu passen.

Die Story ist kurz zusammengefasst: Drei Kinder verbringen zwangsweise die Ferien mit und bei ihren Großeltern (Jean Reno als Großvater) im Haus in der Provence, weil sich die Mutter nach der Trennung vom Vater beruflich mit einem Praktikum in Kanada neu finden muss. Da der Kontakt der Mutter zu den Großeltern in den Jahren zuvor eher schwierig war, müssen sich Großeltern und Enkel erst einmal mühselig aneinander gewöhnen. Schlussendlich jedoch finden Alt und Jung zusammen.

Tja, was soll ich sagen? Klischeefilm? Ja, nein? Ja, aber… In einem anderen Sinne. Es ist KEIN typischer französischer Film, wie oben angerissen. Es ist aber ein Film, der vor Stereotypen nur so strotzt. Man hatte zeitweise das Gefühl, als wäre das Ziel des Films gewesen, möglichst viele bereits existierende Klischees einzubauen. Fangen wir mal an: Die Jugend von heute kommt natürlich nicht ohne Smartphone, Skype und Internetempfang aus. Blonde, blutjunge Schwedinnen warten  gleich im Doppelpack nur darauf, von einem jungen Franzosen vernascht zu werden. Sofort. Auf der Toilette. So läuft das. Die Mittdreißigerin, von allen älteren Herren des Dorfes bewundert, zieht auch den jungen Franzosen selbstverständlich in ihren Bann und bereitet ihm schlaflose Nächte und großen Liebeskummer. Der junge, hübsche, exotische Stierkämpfer, dem die langsam erwachsen werdende Französin verfallen ist, entpuppt sich als Dealer und ist zwar unsagbar charmant und gutgebaut, aber  ein ganz schlimmer Finger. Der Großvater – Jean Reno durchaus überzeugend – zeigt im Umgang mit den Kindern nach und nach, dass er auch ein netter Kerl sein kann, aber wird enttarnt als jemand, der dem Pastis zu sehr zugewandt ist. Ich könnte noch eine Weile weiterschreiben, aber den Rest der Klischees im Film zu finden, das überlasse ich den zukünftigen Zuschauern…

Wenn man den Film nicht zu ernst nimmt, sondern einfach mit einem Glaserl eines guten Roten in der Hand einen netten Abend verbringen möchte, sollte man den Film schauen, ohne jedoch das Schmunzeln zu vergessen… ;-)

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Alt-68er meet gestresste Studis

Das Phänomen der hohen bzw. steigenden Mieten hat inzwischen ja auch die vormals mietmäßig privilegierte Hauptstadt erreicht. Nun kann auch der gemeine Berliner verstehen, was Münchner, Kölner und Frankfurter schon seit langem erleiden, wenn sie denn auf Wohnungssuche gehen.
Dies sind die Rahmenbedingungen im aktuellen Kinofilm “Wir sind die Neuen”.
Dieser Film spielt jedoch in der traditionellen Hauptstadt des Mietwuchers: München.

Aus Kostengründen sieht sich die Biologin Anne gezwungen, sich nach Alternativen zu einer eigenen Wohnung umzuschauen, und hat die Idee, ihre alte WG aus Studentenzeiten zusammenzutrommeln. Die zwei ehemaligen Mitbewohner Eddie und Johannes willigen ein und zu dritt wird alsbald eine Altbauwohnung angemietet. Zu den Nachbarn zählen unter anderem drei Studenten, die mitten in der Prüfungsphase stecken.

Während die ältere Generation den Abend gerne wie früher bei einem Glas Rotwein (oder zweien oder dreien) und lautstarken Diskussionen ausklingen lässt, trauen sich die Prüfungsgeplagten ob der anstehenden Prüfungstermine kaum, den Schreibtisch zu verlassen.
Ein Clash of Generations nimmt seinen Lauf…

Ein sehr plakativer Film, der von der ersten bis zur letzten Sekunde Spaß macht, was sicherlich auch dem Fakt zu verdanken ist, dass die Situationen durchaus auch dem eigenenen Leben entstammen könnten – wenn auch natürlich nicht in dieser überspitzten Form. Gepfefferte Dialoge unterstützen dies.
Allerdings: Wer in diesem Film Tiefgang erwartet oder gar eine Analyse des Konflikts, der wird enttäuscht. Der Film kratzt die Thematik des Generationenkonflikts nur an der Oberfläche, was dem Ganzen die Ernsthaftigkeit nimmt. Ich wiederum fand genau dies gut: Es ist ein angenehmer Film, um nach einer anstrengenden Woche vollends abschalten zu können – er eignet sich aber nicht als Grundlage für eine sozialkritische Diskussion. Das war aber wohl auch nicht das Ziel.

Daher aus meiner Perspektive: Empfehlenswert!

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“O Captain! My Captain!”

Ich bin traurig.

Wieder ist ein Großer gegangen. Wieder durch Selbstmord – oder sollte ich es lieber Freitod nennen… Er hat sich aktiv entschieden, diese Welt zu verlassen – die Polizei schließt inzwischen Fremdverschulden aus. Schwere Depressionen, Alkohol, Kokain – es scheint viele Gründe, natürlich auch auf dramatische Art miteinander verwoben, für diesen finalen Entschluss zu geben. Gestern Morgen im Radio habe ich es gehört. Vor der Arbeit. Der erste Schock des Tages.

Robin Williams.

Dieser Name ist für mich als Kind der 80er und 90er Jahre eng verknüpft mit dem Film “Dead Poets Society”, der einer der ersten “Erwachsenen-Filme” war, die ich wirklich bewusst gesehen habe (abgesehen vom Bud-Spencer- und Terence-Hill-Klamauk). Für mich war er damals eine Art “Erweckungsfilm”, was meine Liebe zur Literatur betraf, und hatte daher weitreichende positive Folgen für mich.

Williams war ein Garant für herausragende Filme und auch dafür, das Kino mit einem Lächeln zu verlassen – sei es, weil er einem schlicht zu guter Laune und zu neuer Energie verhalf. Oder auch, weil er dem Zuschauer eine gewisse Zuversicht in sich selbst, in die eigenen Fähigkeiten und in die Zukunft vermittelte.

Zuversicht. Das ist das Stichwort. Genau diese fehlte ihm selbst aber wohl seit langem.

Nach außen lächelte er, erledigte seinen Job, der für ihn mehr Berufung als Beruf war, stets genial und auf unvergleichliche Weise – auch weil er wirklich mit überragenden Talenten ausgestattet war. Man verzeih mir, dass ich fast das Wort “outstanding” geschrieben hätte, aber der englische Begriff benennt das, was Robin Williams an Begabung innehatte, noch am besten.

Nach innen jedoch war er einsam, allein, ohne Hoffnung. Wohl war es in Filmkreisen auch bekannt, dass Williams arge Probleme hatte. Aber explizit verhindert wurde nicht, dass das Drama seines Lebens einen irreversiblen Höhepunkt nahm.

“Dead Poets Society”, “Mrs Doubtfire”, “Good Will Hunting” (hier erhielt er einen Oscar für die beste Nebenrolle), um nur einige der Werke zu nennen, in denen er entscheidend mitwirkte.

“O Captain! My Captain” – dieser Ausruf aus “Dead Poets Society” ist hängengeblieben in meinem kleinen Kopf, seit ich den Film vor mehr als 20 Jahren das erste Mal sah. Der Captain hat das Schiff verlassen. Ich werde mir den Film zeitnah noch einmal ansehen, um nicht zu vergessen.

Barack Obama sagte gestern zum Tode von Robin Williams: “He made us laugh. He made us cry.” (Quelle: http://www.whitehouse.gov/blog/2014/08/11/president-obama-passing-robin-williams-he-was-one-kind)

Ich kann gerade nicht in Worte fassen, was ich fühle.

Ich bin traurig.

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“Allons enfants de la patrie, le jour de gloire est arrivé…”

Vor wenigen Tagen war ich mal wieder im Kino. Gesehen habe ich den wunderbaren Film “Monsieur Claude und seine Töchter”, den ich absolut empfehlen kann.

Der Plot ist kurz erzählt: Monsieur Claude und seine Frau haben vier Töchter. Nachdem bereits drei der vier Frauen Männer mit Migrationshintergrund (Israel, Marokko, China), wie es auf Neudeutsch heißt, geheiratet haben, liegt die “Hoffnung” des Gaullisten auf Tochter Nummer 4, nun endlich einen “richtigen” Franzosen zu ehelichen.
Töchterchen 4 verliebt sich zwar in einen Katholiken mit einem französischen Namen, was den Vater durchaus beruhigt – der Freund bzw. Verlobte der Tochter heißt Charles. Aber ein kleines Detail “vergisst” Töchterchen 4, seinen Eltern zu berichten: Der junge Mann stammt aus Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste, und hat eine schwarze Hautfarbe.
Der Familienfrieden steht auf der Kippe.
Das Ganze spitzt sich zu, als sich zeigt, dass auch der Vater von Charles alles andere als begeistert ist, dass sein einziger Sohn eine weiße Französin heiraten möchte.

Im Film des französischen Regisseurs Philippe de Chauveron entspannt sich ein fröhliches Potpourri an Klischees und Vorurteilen, die natürlich alle mit einem gewaltigen Augenzwinkern auf die Leinwand gebracht werden. So wird zum Beispiel die Beschneidung des ersten Enkels zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie, an der auch der Hund der Familie nicht unwesentlich unbeteiligt ist…
Ebenfalls interessant zu beobachten ist der Konflikt zwischen Juden und Muslimen im Kleinformat, der bei jedem Familientreffen am Esstisch aufflammt.
Wunderbar ist die Szene, in der die drei Schwiegersöhne vor ihrem Schwiegervater lauthals die Marseillaise intonieren.

Wie schon der Film “Ziemlich beste Freunde”, der vor einigen Jahren Europas Kinogänger begeisterte, so ist auch dieser Film mit teilweise doch extrem schwarzen Humor und Sprüchen partiell an der Grenze des guten Geschmacks gespickt.
Er rüttelt wach und zeigt dem Zuschauer auf, dass kulturelle Unterschiede das Zusammenleben zwar nicht gerade vereinfachen, dass aber innere Offenheit und Unvoreingenommenheit potentiell dazu beitragen können, das eigene Leben durch das Nutzen der besten Elemente verschiedener Kulturen zu bereichen.

Absolute Empfehlung meinerseits! Schaut ihn euch an!

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Typisch Berlin… :-)

Ich hatte gestern Abend mal wieder ein typisches Berlin-Erlebnis… Ich hatte mich mit Freunden in Friedrichshain getroffen und bin danach mit der U-Bahnlinie 1 wieder zurück ins heimische Kreuzberg gefahren.

Ein Mann mit Gitarre stieg zu und begann, Oasis-Songs zu spielen, u.a. “Wonderwall”, ein Song, den ich in den Neunzigern zeitweise auch in der Endlosschleife gehört habe… Bis hierhin war alles noch normal, keine Auffälligkeiten.

Aber dann begann es… Zwei Passagiere fingen an mitzusingen, zwei weitere setzten ein, bis am Ende der komplette U-Bahn-Wagen leidenschaftlich “Wonderwall” schmetterte – alle mit einem glücklich-beseelten Lächeln im Gesicht (und scheinbar in musikalischen Erinnerungen schwelgend).

Und das nachts um 0:30…

“Hoch auf dem gelben Wagen” (immerhin ist die Berliner U-Bahn ja auch gelb und fährt überirdisch) mal anders! Gotthilf Fischer hätte seine wahre Freude gehabt…

P.S.: Ich muss noch hinzufügen, dass ich auf dem Weg von der U-Bahn zu mir nach Hause natürlich weiter gesungen habe…

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